Auf Stärken aufbauen und Wertschöpfung schaffen
Als Familienunternehmen hat die MÜLLER-STEINAG Gruppe stets die nächste Generation im Blick, lange vor dem Quartalsabschluss. Sie bekennt sich zum Werkplatz Schweiz und soll auch so bleiben.
Wirtschaftlich erfolgreich bleiben: Wir setzen auf langfristig ausgelegten, wirtschaftlichen Erfolg. Wir achten auf eine starke, regionale Verankerung, hohe Kontinuität bei der Qualität unserer Produkte, rasche Lieferbereitschaft und kurze Transportwege.
Als Familienunternehmen denkt die MÜLLER-STEINAG Gruppe generationenübergreifend und bekennt sich klar zum Werkplatz Schweiz. Mit 1177 Vollzeitstellen – davon 151 in Deutschland – zählt sie in den Regionen ihrer 14 Produktionsstandorte zu den wichtigen Arbeitgebern.

Der VR sorgt für einen hohen Eigenkapitalanteil und kontinuierlichen Substanzerhalt.
Die MÜLLER-STEINAG Gruppe hält eine Eigenkapitalquote von über 45 % ein. Dieser strategisch eigens festgelegte Mindestwert von 45 % wurde im Jahr 2025 eingehalten. Das vom Verwaltungsrat gesetzte Zielband eines Investitionsvolumens von 40 bis 60 % im Verhältnis zu den Abschreibungen wurde ebenfalls erreicht.
Investitionen mit Nachhaltigkeitscharakter
Die Innovation in der MÜLLER-STEINAG Gruppe wird durch zwei Fachgruppen betrieben, die vom Leiter Forschung und Entwicklung geführt werden. Es ist klar definiert, welche Kompetenzen und Kernthemen abgedeckt werden. Die F&E der MSG folgen einem definierten Produkte- und Verfahrensentwicklungsplan, sowie einem Dekarbonisierungspfad für Betonrezepturen, und messen den Entwicklungsfortschritt quartalsweise. Die Fachleute der MÜLLER-STEINAG Gruppe arbeiten eng vernetzt mit Forschungsinstitutionen, Hochschulen, kantonalen und Bundesämtern, Verbänden, Normengremien sowie Lieferanten zusammen. So stellen sie ihr Know-how beispielsweise dem SwissBeton zum Erstellen des Branchenfahrplans Dekarbonisierung und für die EPD-Branchendurchschnitte zur Verfügung, oder unterstützen städtische Fachstellen in Deutschland und der Schweiz bei der Schwammstadtkonzeption.
Die F&E der MÜLLER-STEINAG Gruppe testete mit Unterstützung der eigenen Baustofflabors zusammen mit den 3 Schweizer Zementlieferanten mehrere klinkerreduzierte Zemente auf ihre technischen, THG-reduzierenden und wirtschaftlichen Kriterien, und prüfte deren Praxistauglichkeit. Parallel dazu kooperiert die F&E der MSG mit dem ETH-Spin-off Oxara, ein Unternehmen das mineralisches Bindemittel ohne klassischen Zement entwickelt hat. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Marktreife Lösungen für klimafreundliches Bauen
Im Berichtsjahr 2025 hat die MÜLLER-STEINAG Gruppe entscheidende Fortschritte bei der Dekarbonisierung ihres Produktportfolios erzielt. Im Zentrum stehen dabei zwei Innovationen, die den Übergang zu nachhaltigeren Bauweisen konkret ermöglichen und bereits ab Mitte 2025 am Markt verfügbar sind: Oulesse®-basierte vorfabrizierte Betonsteine sowie der CO2-reduzierte DEKAR®-Beton für Transportbeton.
Oulesse®-Betonsteine: Zementfrei und zirkulär gedacht
In strategischer Partnerschaft mit dem ETH-Spin-off Oxara wurden neue vorfabrizierte Betonsteine auf Basis des zementfreien Bindemittels Oulesse® entwickelt und zur Marktreife gebracht. Diese Produkte markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer zirkulären Bauweise. Das Bindemittel basiert auf rezykliertem Mischabbruch und kommt vollständig ohne klassischen Zement aus. Dadurch können die CO2-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Lösungen deutlich reduziert werden, während gleichzeitig bestehende Produktionsprozesse genutzt werden können. Die daraus entwickelten Betonsteine sind in verschiedenen Anwendungen einsetzbar, darunter Pflaster-, Sicker- und Rasengittersteine. Sie weisen bis zu ca. 55 % tiefere CO2-Emissionen auf als CH-Durchschnittswerte des Verbandes SwissBeton und leisten damit einen unmittelbaren Beitrag zu klimafreundlichen Bauprojekten. Die Zusammenarbeit mit Oxara steht exemplarisch für den Innovationsansatz der Gruppe: Durch gezielte Partnerschaften werden nachhaltige Technologien nicht nur entwickelt, sondern konsequent industrialisiert und in den Markt überführt. Bereits ab 2025 wird mit signifikanten CO2-Einsparungen und der Verwertung grosser Mengen an Bauabbruch gerechnet.
DEKAR®-Beton: CO2-reduzierter Beton für die Praxis
Parallel dazu wurde mit DEKAR®-Beton eine neue Generation von Transportbeton erfolgreich zur Marktreife geführt. Dieser reduziert die CO2-Emissionen gegenüber CH-Durchschnittswerte des Verbandes BKS um bis zu 40 bis 42 % und erfüllt gleichzeitig alle technischen Anforderungen an Qualität und Verarbeitbarkeit.
Erste Projekte zeigen die konkrete Wirkung: Beim Bau des «Werkstädtli» in Sursee konnten durch den Einsatz von DEKAR®-Beton mehrere hundert Tonnen CO2 eingespart werden. Damit wird deutlich, dass nachhaltige Baustoffe nicht nur in der Entwicklung, sondern bereits im breiten Einsatz angekommen sind.
Mit der Markteinführung ab Mitte 2025 steht DEKAR®– Beton der Kundschaft sofort zur Verfügung und unterstützt sie dabei, anspruchsvolle Nachhaltigkeitsstandards wie SIA, SNBS oder Minergie zu erreichen.

Mehrwert für unsere Kundschaft und die Bauwirtschaft
Beide Innovationen verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie ermöglichen es unserer Kundschaft, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele effizient und wirtschaftlich umzusetzen.
Ob durch klinkerreduzierte, zirkuläre Betonsteine oder durch CO2-reduzierten Transportbeton, die Lösungen der MÜLLER-STEINAG Gruppe sind heute marktreif und leisten einen messbaren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Bau.
Damit stärken wir nicht nur unsere eigene Klimastrategie, sondern positionieren uns als verlässliche Partnerin für eine Bauwirtschaft im Wandel hin zu mehr Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und Klimaverträglichkeit.